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Entwurf des Regionalplans der Region Neckar-Alb 2007/08
Die Naturschutzverbände sind wie viele andere dazu aufgerufen, zum Entwurf des Regionalplans der Region Neckar-Alb Stellung zu beziehen. Die Arbeitskreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalb des Landesnaturschutzverbandes haben dies stellvertretend für die meisten Naturschutzverbände getan. Nachfolgend wollen wir ein paar Ausschnitte veröffentlichen:
In einer Art Vorbemerkung schreiben die Verbände:
In der sehr euphorischen Beschreibung der Zukunft des Standortes Region Neckar-Alb kommen Natur
und Landschaft so gut wie nicht vor. Lediglich als weicher Standortfaktor wird das Landschaftsbild
erwähnt. Der Standort mit Zukunft hat, wenn man der Einführung glauben will, keine Zukunft für die
Natur. Der Regionalverband ist keine Standortagentur, sondern ein Planungsverband. Dies sollte
auch in der Einführung erkennbar sein.
Der Bezug auf die Landesmesse, Flughafen und Stuttgart 21 ist auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
fragwürdig. Aus naturschutzfachlicher Sicht und aufgrund des massiven Einsatzes von Landesmitteln
des Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetzes (GVFG) bzw. von Regionalisierungsmitteln für Stuttgart 21 (mit negativen Folgen für den landesweiten ÖPNV) ist dieses Projekt ebenso wie
der Ausbau des Flughafens („Weiterentwicklung der Funktionsfähigkeit“) strikt abzulehnen. Auch die
Geschichte des Zustandekommens der Landesmesse ist nach wie vor ein Ärgernis. Alle drei Projekte
sind insbesondere im Hinblick auf ihre erhebliche Flächeninanspruchnahme fragwürdig. Eine dementsprechende
Formulierung in diesem Kapitel würde den Eindruck eines "Jubeltextes" etwas vermindern.
Es würde zu weit führen, die komplette Stellungnahme der Verbände hier abzudrucken. Beispielhaft sollen daher nur drei Punkte aus dem Kapitel "Regionale Siedlungsstruktur" herausgegriffen werden:
2.1.3 Ländlicher Raum
Angesichts der immer noch viel zu hohen Zahlen für den Landschaftsverbrauch wirkt es befremdlich,
dass überhaupt noch daran gedacht wird größere Neubauflächen auszuweisen. Auch die Forderung
auf einen guten Anschluss an den ÖPNV wirkt weltfremd; ist es doch bekannt, dass gerade im ländlichen
Raum der ÖPNV kaum ausgebaut ist. Woran sollen die Neubauflächen denn angeschlossen
werden? Auch in diesen Gemeinden fanden in den letzten Jahren großzügige Flächenausweisungen
statt. Deswegen sollte zuerst darauf gedrängt werden, die innerörtlichen Potenziale zu nutzen.
2.2 Entwicklungsachsen
Anstatt die zukünftige Siedlungstätigkeit nur vorrangig in den zentralen Orten entlang der Entwicklungsachsen
zu konzentrieren, wäre es angesichts des drohenden Verlustes von weiterem Freiraum
und aufgrund des demografischen Wandels besser, die zukünftige Siedlungstätigkeit ausschließlich in
den zentralen Orten der Entwicklungsachsen zu konzentrieren.
2.4.3.1 Schwerpunkte für Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen
Der Schwerpunkt in Balingen-Weilstetten weitab der Bahnlinie halten wir nicht für sinnvoll, wir regen
an einen anderen Standort in der Nähe der Bahnlinien zu suchen, der auch mehr Bezug zum eigentlichen
zentralen Ort Balingen hat.
Der Schwerpunkt Bisingen beschwört mit seiner Lage die Gefahr herauf, dass hier der Ansatzpunkt
für eine bandartige Siedlungsentwicklung in Richtung Grosselfingen sein könnte. Außerdem gibt es
wiederum keine Anbindung an eine Bahnlinie. Ein anderer Standort mit Bahnanbindung wäre vorzuziehen.
Der Schwerpunkt in Schömberg bedeutet einen großen landschaftlichen Eingriff, der wohl nur mit der
ebenfalls im Regionalplanentwurf dargestellten Umfahrung von Schömberg Sinn macht. Es ist ebenfalls
kein Bahnanschluss vorhanden. Sinnvoller – auch von den topografischen Gegebenheiten her-
wäre es gewesen eine interkommunale Lösung mit Dotternhausen im Anschluss an das bestehende
Gewerbegebiet zu suchen. Ein Bahnanschluss ist jedenfalls dort vorhanden.
In diesem Zusammenhang regen wir an, die Reaktivierung von Güterverkehren sowohl auf der
Schwäbischen Albbahn als auch auf der Strecke Balingen-Schömberg zu fordern, und im Rahmen der
Möglichkeiten des Regionalverbandes alles dafür zu tun – analog der Bemühungen zur Regional-
StadtBahn.
Soviel soll genügen. Die ganze Stellungnahme können Sie hier herunter laden.
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