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Dohlen - des Pastors schwarze Tauben Volksglauben
Den Dohlen sagte man besonders nach, dass sie Unglück bringen und Wetterpropheten seien, die Stürme und Erdbeben hervorrufen können. Somit hatten des "Pastors schwarze Tauben", wie Dohlen wegen ihrer Vorliebe zu Kirchtürmen auch genannt werden, schnell ihren Ruf als vagabundierendes und Unglück bringendes Krähengesindel weg. Leider haftet ihnen das auch noch heute mancherorts an.
Der Gesamtbestand aller 3 Unterarten in Europa liegt nach Bauer/Berthold (Brutvögel Mitteleuropas, 1997) zwischen 5,5 bis 29 Millionen Brutpaaren, davon leben in Mitteleuropa 200.000 bis 400.000 Brutpaare. Hier handelt es sich um grobe Schätzungen, genauere Daten sind nicht bekannt.
In Baden-Württemberg ist die Dohle in die Kategorie 2 der Roten Liste eingestuft und somit eine stark gefährdete Art, für die Schutzmaßnahmen dringend erforderlich sind. Die Bestandsgröße der baden-württembergischen Dohlen wird auf derzeit ungefähr 1.000 Brutpaare geschätzt. Mitte der sechziger Jahre konnte noch ein Gesamtsbestand von 4.930 Brutpaaren ermittelt werden. 1980 waren es noch 1.910 Brutpaare. Die Anzahl der Brutpaare hat in Baden-Württemberg nach Hölzinger (Die Vögel Baden-Württembergs) somit in den letzten 35 Jahren um 80 Prozent abgenommen
Die Kolonie an der Balinger Stadtkirche ist schon sehr alt. Sie war durch die Renovierungsmaßnahmen zwischen 1982 und 1990 schon einmal bedroht, konnte aber nicht zuletzt durch das Engagement des NABU Balingen und des früheren Mesners erhalten bleiben.
Bereits im März kommt Leben in die Dohlenkolonien. Mit imposanten Flug- und Balzspielen jagen die Vögel umher. Die Flügel leicht gespreizt, stolzieren die Dohlenmänner "macho-like" herum, um der Damenwelt zu imponieren. Die Tiere leben, wenn sie den Partner einmal gewählt haben, lebenslang in einer monogamen Dauerehe.
Durchschnittlich werden 5 Eier gelegt und rund 18 Tage lang bebrütet. Wenn die kleinen Dohlen ungefähr 28 Tage alt sind, verlassen sie zum ersten Mal ihr Nest um die Umwelt zu erkunden. Voll flugfähig sind sie allerdings erst mit 35 Tagen. Dohlen brüten nur einmal im Jahr. Bei Verlust des Geleges oder der Jungvögel findet kein Ausgleich statt.
Hinzu kommt noch der Ausfall durch Beutegreifer wie Wanderfalke, Waldkauz, Steinmarder und Hauskatze, so dass letztendlich die Jugendsterblichkeit im ersten Lebensjahr gut 50 Prozent beträgt. Interessant ist, dass die meisten Jungdohlen im "kritischen" Alter zwischen ungefähr 30 und 40 Tagen erbeutet worden sind. Jungdohlen fliegen mit knapp 30 Tagen aus, flattern umher und müssen das richtige Fliegen erst noch lernen. Dann sind sie natürlich leichte Beute.
Für die Zukunft der Dohlen in unserem Raum ist der Erhalt jeder Kolonie wichtig. Erfreulich ist, dass immer mehr Menschen von Dohlen regelrecht fasziniert sind. Viele Eigentümer von Gebäuden, in denen Dohlen nisten, sind stolz auf "ihre" Dohlen. Die Hohenloher Dohlen können so sicherlich optimistisch in die Zukunft blicken.
verwendete Text-Quelle:
http://www.rabenvoegel.de/dohlen.htm
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