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Nachtfalter im Zollernalbkreis: Spanner (Geometroidea) - Teil 1

Der Familienname "Spanner" leitet sich von der für die Raupen typischen Fortbewegungsweise ab: Den meisten Arten fehlen die Bauchbeine, so dass die Nachschieber direkt hinter den Brustbeinen ansetzen und den Körper hochwölben, bis die Brustbeine wieder für die Streckung sorgen. Zur Tarnung sitzen die Raupen mitunter so da, dass sie an einen abstehenden Zweig erinnern.

Zu der Überfamilie der Geometroidea gehört in Deutschland nur eine Familie in 5 Unterfamilien mit insgesamt ca. 430 Arten. Die meisten Falter sind klein bis mittelgroß und haben im Vergleich zur Flügelfläche schlanke Körper. In Ruhestellung liegen die Flügel meist flach auf dem Untergrund, so dass die Hinterflügel sichtbar sind. Bei vielen Arten haben die Männchen im Gegensatz zu den Weibchen gefiederte Antennen, wodurch die Geschlechter leicht zu unterscheiden sind.

Hinweis zur Darstellung: Weil die Spanner eine sehr artenreiche Familie darstellen, haben wir die Unterfamilien auf mehrere (Unter-)Seiten verteilt. Sterrhinae, Archiearinae und Geometrinae gemeinsam auf der ersten, die beiden anderen Unterfamilien auf je einer eigenen. Der ganze Vorspann wird jedoch immer wiederholt.

 
 

Familie:
Unterfamilie:

Geometridae
Sterrhinae


Larentiinae


Archiearinae


Ennominae


Geometrinae



(Sterrhinae)

Die Unterfamilie der Sterrhinae ist in Baden-Württemberg mit 51 Arten (plus zwei Wanderfaltern) vertreten, die zum geringen Teil auch tagaktiv sind. Mit 25 Arten ist nur knapp die Hälfte davon derzeit noch ungefährdet.

Viele Arten sind einander sehr ähnlich, so dass in manchen Fällen eine sichere Bestimmung nur mithilfe der Genitaluntersuchung (siehe Wikipedia) möglich ist.

Bei den meisten Arten ist die kleine Raupe das Überwinterungsstadium.



Rostgelber Magerrasen-Zwergspanner (Idaea serpentata) - RL V



Haigerloch-Stetten, 12.06.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Trillfingen, 09.08.2012 (Foto: H. Fuchs)



Bietenhausen, 07.07.2017 (Foto: H. Fuchs)



Burladingen, 17.07.2017 (Foto: H. Fuchs)


Der Rostgelbe Magerrasen-Zwergspanner hat als typischer Kalkmagerrasenbewohner seinen Verbreitungsschwerpunkt auf der Schwäbischen Alb und in den Keuper- und Muschelkalkgebieten des Vorlandes. Er fliegt bei uns in einer Generation von Juni bis August - auch an Rainen, auf­gelassenen Steinbrüchen und trockenen Ruderalstellen.

Die Falter sind tagaktiv, kommen aber auch ans Licht. Sie fliegen zwischen hohem Gras umher und setzen sich auf halber Höhe an die Stängel, wurden auch schon an Schafgarbe (Achillea millefolium) saugend beobachtet.

Über die Raupen ist aus Baden-Württemberg praktisch nichts bekannt. In schmetterling-raupe.de sind als Nahrungspflanzen Gräser und "niedere Pflanzen" angegeben.



Rötlicher Trockenrasen-Zwergspanner (Idaea rufaria) - RL V



Hechingen, 05.07.2014 (Foto: H. Fuchs)


Idaea rufaria kommt in Baden-Württemberg nur sehr zerstreut und lokal vor. Die wenigen aktuellen Vorkommen sind alle weit entfernt und auch in der weiteren Umgebung von Hechigen wurde der Falter noch nie nachgewiesen. Insofern stellt der Fund in Hechingen schon eine Besonderheit dar.

Die Falter fliegen in einer Generation von Ende Juni bis Mitte August wohl vorwiegend im Bereich von Trockenrasen an Jura- und Muschelkalkhängen.

Die Raupen leben wohl von September überwinternd bis Juni möglicherweise hauptsächlich am Kleinblütigen Hornkraut (Cerastium brachypetalum), einer Pionierpflanze auf offenen, kalkhaltigen Böden.



Heu-Zwergspanner (Idaea inquinata)



Bitz, 13.07.2015 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 05.07.2014 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Stetten, 10.06.2007 (Foto: H. Fuchs)


Der "Heuspanner", wie er auch genannt wird, kann in den wärmeren Landesteilen als Kulturfolger im Bereich menschlicher Siedlungen vor allem in Häusern, Scheunen und Stallungen beobachtet werden und zwar praktisch das ganze Jahr über - mit einem Schwerpunkt von Mai bis Juli.

Die Falter fliegen tagsüber, aber auch an künstlichem Licht. Einmal aufgescheucht flüchten sie sich schnell in dunkle Ecken. Die Raupen leben von Heu, Stroh und welken Pflanzen, also auch z.B. an Tee und Trockenblumen.



Graurandiger Zwergspanner (Idaea fuscovenosa)



Haigerloch-Stetten, 28.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 11.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 27.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 27.06.2016 (Foto: H. Fuchs)


Idaea fuscovenosa hat ihren Schwerpunkt in Baden-Württemberg in der Rheinebene, im Kraichgau und am Neckar. Die Vorkommen im Zollernalbkreis sind die östlichsten im Land.

Die Falter fliegen in einer Generation im Juni/ Juli innerhalb der reich gegeliederten Kulturlandschaft: in Wohngebieten mit Gärten und Hecken, auf Ruderalflächen, in Streuobstwiesen usw. aber auch an gebüschreichen Muschelkalkhängen.

Die Raupen sind von August an überwinternd bis Mai an Moos, Falllaub und anderen trockenen Pflanzenabfällen zu finden.



Braunrandiger Zwergspanner (Idaea humiliata)



Erlaheim, 12.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 14.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 17.07.2013 (Foto: H. Fuchs)


Der Graurandige Zwergspanner ist der vorigen Art sehr ähnlich. Am besten kann man die frischen Falter unterscheiden: Während I. humiliata eine dünne schwarze Linie am Flügelsaum zeigt, ist diese bei I. fuscovenosa in dicke schwarze Striche aufgelöst.

Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis August wie die vorige Art im gelockerten Siedlungsraum, darüber hinaus auch auf orchideenreichen Halbtrockenrasen und Felsfluren.

Die Raupennahrung ist unklar, eventuell Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Thymian (Thymus pulegioides).



Grauer Zwergspanner (Idaea seriata)



Haigerloch-Stetten, 09.09.2009 (Foto: H. Fuchs)



Geislingen, 13.06.2013 (Foto: B. Schlude)



Haigerloch-Stetten, 16.06.2015 (Foto: H. Fuchs)


Auch Idaea seriata ist ein häufiger Kultur­folger. Trotz der variablen Formen ist die Art gut zu erkennen. Die Falter fliegen in mehreren sich überschneidenden Genera­tionen von Mai bis Oktober, sind aber in Häusern auch im Winter zu finden.

Als Falternahrung wurden schon Buddleja und Geißblatt (Lonicera caprifolium) nachgewiesen. Die Raupen sind ebenfalls ganzjährig an den trockenen Samenkapseln vom Leinkraut (Silene vulgaris) aber auch an vielen trockenen Pflanzenteilen zu finden.



Braungewinkelter Zwergspanner (Idaea dimidiata)



Bitz, 14.07.2014 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Stetten, 12.07.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 07.07.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 25.08.2016 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 30.07.2017 (Foto: H. Fuchs)


Idaea dimidiata kommt in unserem Raum nicht häufig vor. Die Falter fliegen in einer Generation im Mai/ Juni, unter günstigen Bedingungen auch in einer partiellen zweiten im Juli/ August im Bereich lichter Wälder und gebüschreicher Täler, auch auf verbuschenden Muschelkalkhängen - in der Regel aber nicht im Offenland.

Über die Raupen ist in Baden-Württemberg zu wenig bekannt. In anderen Gegenden ist wohl Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) als Nahrungspflanze nachgewiesen.



Breitgesäumter Zwergspanner (Idaea biselata)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 27.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 20.07.2015 (Foto: F. Treuz)


Idaea biselata ist eine der häufigsten Arten der Gattung Idaea. Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis August im Offenland und Bereich von Wäldern und Gebüsch­landschaften - ohne spezielle Lebensraum­bindung. Sie saugen u.a. an Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus).

Die Raupen leben an welken Pflanzen, abgefallenen Blättern von Laubsträuchern, trockenen Kräutern und Gras.



Breitgebänderter Staudenspanner (Idaea aversata)



Form remutata
Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Form remutata
Haigerloch-Stetten, 17.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



typische Form
Haigerloch-Stetten, 17.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Form remutata
Bitz, 12.07.2015 (Foto: F. Treuz)



typische Form
Haigerloch-Stetten, 23.06.2016 (Foto: H. Fuchs)


Der Breitgebänderte Staudenspanner ist die auffälligste und am weitesten verbreitete Idaea-Art im Land. Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis August ebenfalls ohne spezielle Lebensraumbindung im gesamten Spektrum von Feucht- und Trocken­biotopen im Offenland und im Bereich von Wäldern.

Wie auf den Fotos zu sehen, gibt es zwei Variationen: mit und ohne verdunkeltem Mittelfeld.


Wegen ihrer versteckten Lebensweise gibt es über die Raupen dieser Art praktisch keine Angaben aus Baden-Württemberg.



Marmorierter Kleinspanner (Scopula immorata)



Haigerloch-Owingen, 10.09.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 24.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Grosselfingen, 02.05.2013 (Foto: R. Zwiener)



Grosselfingen, 02.05.2013 (Foto: R. Zwiener)


Wegen seiner grauweiß marmorierten Flügelzeichnung gehört dieser Falter zu den eher leicht bestimmmbaren Arten. Im Bereich der Schwäbischen Alb fliegt Scopula immorata wohl nur in einer Generation zwischen Ende Mai und Mitte August vorwiegend in Mager­wiesen mit reichen Salbei-Beständen. Dort ist die Art auch heute noch häufig.

Die Raupen fressen bevorzugt an Thymian (Thymus pulegioides) und Dost (Origanum vulgare). Ob die Raupen der frühen Falter noch in demselben Jahr schlüpfen oder als Puppe überwintern, ist noch unklar. Die späten ab August geschlüpften Raupen überwintern wohl im L3-Stadium.



Eckflügel-Kleinspanner (Scopula nigropunctata)



Haigerloch-Stetten, 07.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 08.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Geislingen, 30.07.2013 (Foto: H. Fuchs)


Der wegen seiner charakteristischen Flügelform so genannte Eckflügel-Kleinspanner ist eine weit verbreitete Art ohne spezielle Lebensraum-Ansprüche. Der Falter fliegt in einer Generation von Juni bis August im Wald und im Offenland, an feuchten und trockenen Stellen, daruter praktisch alle Waldarten, Gebüsch- und Saumgesellschaften, gebüschreiche Magerrasen, Böschungen, Bäume und Wegränder.

Die Raupen leben überwinternd bis Mai an vielen Kräutern, Stauden und Sträuchern.



Schmuck-Kleinspanner (Scopula ornata)



Haigerloch-Stetten, 21.06.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 30.06.2010 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen, 18.05.2011 (Foto: H.-M. Weisshap)


Den mit Linien und Flecken reich geschmückten Kleinspanner kann man tagsüber meist beim Blütenbesuch auf Thymianpolstern beobachten. Die Falter fliegen zwischen Mai und September in mehreren, nicht voneinander zu trennenden Generationen meist an trockenen Hängen mit Kontakt zu Wäldern und Gebüschen, wie Schafweiden und Wacholderheiden. Die Raupen fressen wie die der vorigen Art an Thymian (Thymus pulegioides).



Weißgrauer Kleinspanner (Scopula incanata)



Dotternhausen, 23.06.2017 (Foto: H. Fuchs)


Der Weißgraue Kleinspanner ist ein Art trockenwarmer Gebiete und hat in Baden-Württemberg einen Verbreitungsschwerpunkt auf der ganzen Schwäbischen Alb. Trotzdem stellt der Nachweis auf dem Plettenberg den ersten neueren Nachweis im Zollernalbkreis dar.

Die Falter fliegen in zwei nahezu zusammenhängenden Generationen in gebüschreichen Kalkmagerrasen und mageren Böschungen.

Über die wohl überwinternden Raupen kann aus unserem Bundesland nichts ausgesagt werden. Möglicherweise ist jedoch der Dost (Origanum vulgare) die Haupt-Nahrungs­pflanze.



Randfleck-Kleinspanner (Scopula marginepunctata)



Haigerloch-Stetten, 18.08.2017 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 12.09.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 01.08.2016 (Foto: H. Fuchs)


Die Falter dieser wärmeliebenden Art fliegen wohl in zwei sich überschneidenden Generationen zwischen Mai und September auf kräuterreichen Flächen, steilen Muschelkalkfelsen, auf Kalkmagerrasen und südexponierten Trocken- und Halbtrocken­rasen und Schafweiden.

Die Raupen leben überwinternd bis in den Sommer des Folgejahres an verschiedenen Kräutern und Stauden, u.a. an Thymian (Thymus spec.) und Dost (Origanum vulgare).



Vierpunkt-Kleinspanner (Scopula immutata)



Haigerloch-Stetten, 23.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 31.05.2017 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 26.08.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 13.08.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 04.09.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 07.08.2015 (Foto: H. Fuchs)


Der Vierpunkt-Kleinspanner ist eine wärmeliebende Art, die trotzdem die südexponierten Trocken- und Halbtrockenrasen der Keuper- und Muschelkalkgebiete meidet.

Die Falter fliegen in 1 bis 2 Generationen im Bereich frischer bis feuchter Wiesen. Über die Raupen-Nahrung fehlen Angaben aus unserem Bundesland, doch sie leben wohl an der Hohen (Wald-)Schlüsselblume (Primula elatior).



Gelblichweißer Kleinspanner (Scopula floslactata)



Haigerloch-Owingen, 25.05.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 12.06.2013 (Foto: H. Fuchs)



Geislingen, 07.06.2013 (Foto: B. Schlude)


Die Falter dieser Art fliegen im Mai/ Juni und einer partiellen zweiten Generation im Juli/ August im Bereich von lichten Wäldern und gebüschreichen Tälern, auf Lichtungen und Schneisen im Wald und verbuschenden Muschelkalhängen, jedoch nicht im Offenland.

Über die Raupen ist zu wenig bekannt, in anderen Gegeneden wird von Heidelbeere (Vaccinium mytrillus) berichtet.



Rotbandspanner (Rhodostrophia vibicaria) - RL V



Burladingen, 02.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen-Beuren, 29.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Albstadt-Ebingen, 22.07.2015 (Foto: H. Fuchs)


Der Rotbandspanner ist eine wärmeliebende Art, deren Falter bei uns in einer Generation im Juni/ Juli in erster Linie auf Magerrasen und in trockenwarmen Gebüsch- und Saum­gesellschaften auf Muschelkalk bzw. in felsigen Halbtrockenrasen und Wacholder­heiden fliegen.

Die Raupen leben überwinternd bis ins Frühjahr zumeist an Schlehe (Prunus spinosa), Geißklee (Cytisus nigricans) und Färber-Gister (Genista tinctoria).



Ampferspanner (Timandra comae)



Haigerloch-Stetten, 12.09.2006 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 31.08.2008 (Foto: H. Fuchs)



Bietenhausen, 05.05.2013 (Foto: A. Speidel)


Der Ampferspanner ist an seinem roten Flügelsaum, den eckig vorstehenden Hinterflügeln und der durchgehenden, in den Vorderflügelspitzen endenden braunroten Binde sofort zu erkennen.

Die Falter fliegen in den verschiedenartigsten Lebensräumen, sind aber auf der Albhochfläche seltener anzutreffen. Es bilden sich meist zwei Generationen im Mai/ Juni und von Juli bis September aus. Es kommt aber zu Flugzeit-Überschneidungen und auch eine dritte Generation ist nicht ausgeschlossen. Die Raupen fressen an Ampfer (Rumex spec.) und Knöterich (Polygonum spec.), die Raupen der letzten Generation überwintern.



Ahorn-Gürtelpuppenspanner (Cyclophora annularia)



Balingen, 06.06.2013 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen-Boll, 01.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 09.07.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 09.07.2015 (Foto: H. Fuchs)


Der Ahorn-Gürtelpuppenspanner ist im Bereich der Schwäbischen Alb eher selten. Der Falter fliegt wohl in zwei Generationen von April bis Juni und im Juli/ August in frischen bis trockenen Laubmischwäldern bzw. deren Rändern und Binnensäumen sowie in Gebüschgesellschaften. Das Vorhandensein der Raupen-Nahrungspflanze ist dabei entscheidend.

Die Raupen sind im Juni bzw. im August/ September an Feld-Ahorn (Acer campestre) zu finden. Ob auch andere Ahorn-Arten oder z.B. Birke ebenfalls genutzt werden, ist noch nicht ausreichend untersucht. Wie alle Arten der Gattung Cyclophora überwintern die Puppen, und zwar als "Gürtelpuppe" - ähnlich wie z.B. beim Schwalbenschwanz.



Gepunkteter Eichen-Gürtelpuppenspanner (Cyclophora punctaria)



Haigerloch-Hart, 13.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Balingen, 16.06.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Trillfingen, 01.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen, 29.07.2016 (Foto: H. Fuchs)


Cyclophora punctaria ist in niedrigen und mittleren Lagen Baden-Württembergs weit verbreitet und oft häufig. Der Falter fliegt in zwei Generationen von April bis Juni und von Juli bis September in eichenreichen Laub- und Mischwäldern, bevorzugt im niedrigen Buschwuchs an Waldmänteln und Binnensäumen.

Die Raupe lebt im Juni bzw. im August/ September an Eichen-Arten (Quercus spec.).



Rotbuchen-Gürtelpuppenspanner (Cyclophora linearia)



Haigerloch-Stetten, 22.10.2012 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Hart, 13.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 11.06.2017 (Foto: H. Fuchs)



aberrative Form - Bitz, 19.06.2017 (Foto: F. Treuz)


Cyclophora linearia ist recht häufig und vermutlich flächendeckend im ganzen Land verbreitet.

Die Falter fliegen in zwei sich teilweise überschneidenden Generationen (aber vermutlich mit zweiwöchiger Pause) von April bis September in allen Laubwaldtypen mit hohem Buchen-Anteil - im Inneren sowie an Rändern und Binnensäumen.

Die Raupen leben im Juni und im November an Rotbuche (Fagus sylvatica).



Jungfernkinder (Archiearinae)

Die Archiearinae sind in Baden-Württemberg nur mit 2 Arten vertreten, die beide in der Roten Liste als nicht gefährdet eingestuft sind. Sie sind ausschließlich tagaktiv und erscheinen früh im Jahr. Die Arten sind nicht leicht zu unterscheiden und im Zollernalbkreis konnte seither nur eine der beiden Arten nachgewiesen werden.

Der Name "Jungfernkind" hat keine tiefere Bedeutung. Linné hat gerne Nachtfalter mit bunten Hinterflügeln mit Namen aus dem Themenkreis Weiblichkeit, Brautwerbung und Heirat belegt. Es ist einfach die direkte Übersetzung des griechischen Artnamens parthenias ins Deutsche. - Quelle: Axel Steiner (2011) im Lepiforum.



Birken-Jungfernkind (Archiearis parthenias)



Haigerloch-Owingen, 20.03.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 20.03.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 20.03.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 18.03.2015 (Foto: D. Mezger)



Haigerloch-Owingen, 10.03.2016 (Foto: H. Fuchs)


Unter anderem wegen der frühen Flügzeit werden Jungfernkinder oft übersehen und sind deshalb nur unzureichend untersucht. Die Falter fliegen in einer Generation von Februar bis April in Birken-Alleen, Birken­hainen, in lichten Laubmischwäldern bzw. ihren Saumstrukturen, auch im Siedlungs­bereich. Weil Weiden-Arten (Salix spec.) die Nektarquelle darstellen, sind Falter aber mitunter auch weitab von Birken zu finden.

Die Raupen leben im Mai/ Juni an Birken (Betula pendula).



Grünspanner (Geometrinae)

Die Geometrinae sind in Baden-Württemberg mit 12 Arten vertreten, von denen 7 auf der aktuellen Roten Liste geführt werden. Die meisten Arten sind grün gefärbt, daher wurde hier der deutsche Begriff "Grünspanner" gewählt.



Ginster-Grünspanner (Pseudoterpna pruinata) - RL V



Haigerloch-Stetten, 16.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 16.07.2014 (Foto: H. Fuchs)


Schwerpunkt der Verbreitung dieser Art ist das Rheintal und der Schwarzwald. Im Zollernalbkreis war die Art seither noch nicht nachgewiesen. Die Falter fliegen in 1 bis 2 Generationen zwischen Juni und September in Offenlandhabitaten und lichten Eichen-Kiefern-Wäldern, bei uns wohl in den trockenwarmen Saumgesellschaften mit Färberginster auf Keuper.

Die Raupe lebt überwinternd im Mai/ Juni wohl an Färber- und Flügelginster (Genista tinctoria bzw. sagittalis) und an Geißklee


(Cytisus nigricans), denn Besenginster, die bekannteste Nahrungspflanze, fehlt bei uns.



Grünes Blatt (Geometra papilionaria)



Geislingen, 06.07.2013 (Foto: B. Schlude)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 24.06.2015 (Foto: H. Fuchs)


Das Grüne Blatt ist die größte einheimische Grünspanner-Art. Als typische Waldart ist sie flächendeckend vertreten. Die Falter fliegen in einer Generation zwischen Juni und August in praktisch allen Waldtypen, bevorzugt jedoch in Rand­strukturen wie Lichtungen, Waldrändern und Schneisen.

Die Raupen leben von August, klein überwinternd, bis Mai an Laubbäumen, besonders an Birke (Betula pendula).



Pustelspanner (Comibaena bajularia) - RL V



Hechingen-Boll, 01.07.2013 (Foto: H. Fuchs)


Der eindeutig gezeichnete Pustelspanner kommt bei uns in den klimatisch begünstigten Gebieten des Albvorlandes vor, wurde aber auch schon auf der Beurener Heide nachgewiesen (J.-U.Meineke, 1984).

Die Falter fliegen in einer Generation im Juni/ Juli in den lichten Randbereichen und Schneisen von Eichenwäldern und Laubmischwäldern mit hohem Eichen-Anteil.

Die Raupen leben von Juli überwinternd bis Juni des Folgejahres an Eichen (Quercus spec.). Sie sind kaum zu entdecken, weil sie sich eine Hülle aus welken Pflanzenteilen spinnen, diese mit sich herum tragen, bei Gefahr regungslos verharren und damit gut getarnt sind.



Waldreben-Grünspanner (Hemistola chrysoprasaria)



Haigerloch-Stetten, 03.08.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 16.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 10.07.2016 (Foto: H. Fuchs)


Der Waldreben-Grünspanner trägt seinen Namen zurecht: Seine Verbreitung korreliert mit den Vorkommen der Waldrebe (Clematis vitalba).

Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis August im Bereich von Busch- und Waldrändern, Waldlichtungen, Hecken und Ruderalgebüschen mit reichlichen Waldreben-Vorkommen.

Die Raupen sind von August, überwinternd, bis Juni des Folgejahres an Waldrebe zu finden, wohl auch an kultivierten Clematis-Arten im Siedlungsbereich.



Magerrasen-Grünspanner (Thalera fimbrialis) - RL V



Haigerloch-Stetten, 23.07.2016 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 31.07.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 13.08.2009 (Foto: H. Fuchs)


Der Magerrasen-Grünspanner ist im frischen Zustand leicht an den rot-weiß gescheckten Fransen z.B. vom ansonsten recht ähnlichen Gebüsch-Grünspanner zu unterscheiden.

Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis August im trockenen Offenland, gerne an Südhängen mit Halbtrockenrasen, Steinriegeln, Brachen und Schlehengebüschen.

Die Raupen leben von August, klein überwinternd, bis Juni an verschiedenen Stauden und Zwergsträuchern, darunter Schafgarbe (Achillea millefolium), Färber-Ginster (Genista tinctoria) und Hasenohr (Bupleurum falcatum).



Gebüsch-Grünspanner (Hemithea aestivaria)



Rangendingen, 04.06.2011 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen-Boll, 01.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 25.06.2014 (Foto: H. Fuchs)


Der Gebüsch-Grünspanner ist in allen waldreichen Landesteilen vertreten, in den Mittelgebirgen jedoch mitunter nur lokal und auf wärmere Täler beschränkt. Die Falter fliegen in einer Generation im Juni/ Juli außer in lichten Wäldern auch in gebüsch­reichen Offenlandbiotopen, auch auf Streuobstwiesen und in Gärten.

Die Raupen sind im August/ September, klein überwinternd, und wieder im Mai/ Juni an Eichen (Quercus spec.), auch an Sträuchern wie Rosen (Rosa spec.),


Waldrebe (Clematis vitalba), Heckenkirschen- und Geißblatt-Arten (Lonicera spec.), Schlehe (Prunus spinosa) zu finden.



Artkomplex Heiden-Grünspanner (Chlorissa cloraria/ viridata) - RL 2 bzw. 3



Haigerloch-Stetten, 18.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 21.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 06.07.2015 (Foto: H. Fuchs)


Seither dachte man, dass die beiden Arten an der Farbe des Costalrandes (Costa = Vorderrand des Vorderflügels) unterschieden werden könnten. Dabei sind die Merkmale (auch des Genitalapparates) sehr variabel. Neuere Forschungen besagen, dass die beiden Arten genetisch so nah beieinander liegen, dass sie wenigstens in unseren Breiten nicht sicher voneinander getrennt werden können. Deshalb behandeln wir die Arten hier als Artkomplex.

Die Falter fliegen in einer Generation im Mai/ Juni, aber durchaus auch bis August im Bereich von Heiden, Magerrasen und ähnlichen trockenen Bereichen, auch in verbuschenden Wiesen.

Die Raupen leben von Sommer bis Herbst an verschiedenen Zwergsträuchern, Stauden und Laubgehölzen. Die Puppe überwintert.


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