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Schauspiel wie im vorletzten Jahrhundert:
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Gänsegeier kamen bis ins späte 19. Jahrhundert in Mitteleuropa regelmäßig vor. Auf der Schwäbischen Alb folgten sie den großen Schafherden und erfüllten als natürliche Kadaverbeseitiger eine wichtige Aufgabe. Mit den Großvögeln (Spannweite bis 280 cm, Gewicht bis 11 kg) gab es keinerlei Interessenskonflikte, da sie sich ausschließlich von toten Tieren ernähren. Aber verstärkte Nachstellungen (mit Pulver und Blei sowie mit Giftködern) gegen verschiedene Beutegreifer brachten auch den europäischen Bestand des Gänsegeiers an den Rand der Ausrottung. Doch verstärkte Artenschutzbemühungen und fortschreitender Sinneswandel in der Bevölkerung seit den 1970er-Jahren führten zur Erholung von Teilpopulationen der Vögel, so auch im französischen Zentralmassiv. Wohl von dort kommt auch der Gastvogel, der bis jetzt immer wieder im Radius von 40 km um Albstadt gesichtet wurde. Auch im Schwarzwald wurden in letzter Zeit bis zu 12 der Vögel entdeckt, wohl mit gleicher Herkunft. Schon letzten Herbst wurden bei Urach 6 Gänsegeier entdeckt, die dann aber rasch die nächste Thermiksäule aufsuchten, sich kreisend hochschraubten, bis sie nur noch als winzige Punkte zu sehen waren, um bessere Nahrungsgründe anzusteuern. Im französischen Zentralmassiv wird wenigstens ein winziger Teil der verendeten Großtiere in Geier-Futterplätzen wieder einem natürlichen Kreislauf zugeführt. |
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Wenn diese Großvögel bei uns genügend Nahrung vorfinden und heimliche Verfolgungen (vor allem das kriminelle Ausbringen von Giftködern!)
unterbunden werden, haben diese eindrucksvollen Segelflieger auch bei uns wieder eine Chance. Die Schwäbische Alb könnte dann durch diese Vögel
ähnlich belebt und touristisch aufgewertet werden wie die Regionen des französischen Zentralmassivs. (Text und Foto: D.Haas) |
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