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sucht, ob es Anschluss an Artgenossen findet oder wieder zu Menschen geht, soll hierbei geprüft werden, ob sich Geier in Mitteleuropa langfristig ernähren können und ob z.B. Probleme durch Bleibelastung (Auswirkungen der Jagd) auftreten. Die Zutraulichkeit des Tieres muss nämlich keineswegs daher rühren, dass es daran gewöhnt ist, von Menschenhand gefüttert zu werden. Es ist ebenso möglich, dass es an einer versteckten Bleivergiftung durch die Aufnahme von Bleischrot aus einem verendeten Tier oder aus einer Schussverletzung leidet. Zum dritten ist es aus Spanien bekannt, dass sich junge Gänsegeier sehr leicht zutraulich zeigen, wenn sie etwas "herunter gekommen" sind. Wenn sie wieder fit sind, entwöhnen sie sich aber ebenso rasch.
Welche Ursache das Verhalten des Tieres tatsächlich hat, ist uns nicht bekannt. In jedem Fall halten wir es jedoch aus Naturschutzsicht für erforderlich, dass das Tier zur Auswilderung zur einzigen professionell arbeitenden Station in Baden-Württemberg kommt, die hierfür auch eingerichtet ist, nämlich ins NABU-Vogelschutzzentrum nach Mössingen. Nachdem dort auch in den letzten Wochen immer wieder Geier aufgetaucht sind, wäre auch der Anschluss an Artgenossen sehr wahrscheinlich.
(Stand: Juli 2006)
Nachtrag: Am 25. Juli wurde der besenderte Vogel auf Anweisung der Naturschutzbehörde im Beisein von Dr. Oliver Krone freigelassen und schon wenige Tage später "meldete" er sich nach seinem Flug über das Zentramassiv aus der Gegend von Bordeaux. Womit auch gleich die Frage beantwortet wurde, ob es ein Gefangenschaftsflüchtling war, wie von den Leuten im Vogelpark anfangs behauptet wurde. Die Motive hierfür erschienen uns recht durchsichtig - gerne hätten sie ihn natürlich als Publikumsmagnet behalten. Aber nun hat letzten Endes alles seine Richtigkeit.
Einen Bericht kann man übrigens im Basler Stadtmagazin nachlesen - zum Download geht's hier.
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