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Gänsegeier im Killertal

© Foto: Dieter Haas

Archivbild: Dieter Haas

Dass Gänsegeier auch tote Füchse fressen, ist uns zwar von der Fütterungsstelle im Diois bei Jean-Pierre Choisy bekannt, hier wurde dies unseres Wissens jedoch noch nicht beobachtet. Benjamin Junck aus Jungingen (Zollernalbkreis) konnte sich jedoch Ende Juni davon überzeugen, dass es den Tatsachen entspricht.

Doch zunächst von vorn: Herr Junck bewirtschaftet die Wiesen am Bürgle unterhalb des Naturschutzgebiets und hatte beim Mähen einen Fuchs "erwischt", der offenbar nicht schnell genug geflüchtet war. So etwas ist bedauerlich, doch es kommt mitunter vor. Am 20. Juni 2008 beobachtete er dann einen Gänsegeier, der sich in "eindeutiger Absicht" an dem Fuchs-Kadaver zu schaffen machte, nachdem die Tage zuvor bereits Krähen und Milane ihr Glück versucht hatten. Eine wirklich fantastische Beobachtung! Kurze Zeit später kam ein Labrador aus Richtung Naturschutzgebiet den Berg hinab gestürmt, was den Geier dazu veranlasste, das Weite zu suchen und in Richtung Zollerberg davon zu fliegen.

Ungefähr um diese Zeit muss Karl Lepold in Richtung Hechingen unterwegs gewesen sein, denn er berichtete von einem riesigen Vogel, der von Jungingen aus talabwärts flog und heftig von "winzigen Krähen" attackiert wurde. Und zu derselben Zeit muss auch Dorothea Baumann in der Nähe der Hechinger Deponie gewesen sein, denn auch sie berichtete von einem Geier, den sie dann mehr als eine Stunde später nochmals bei Hechingen-Weilheim beobachten konnte.

Benjamin Junck jedenfalls berichtete davon, dass der Geier einige Zeit später wieder aufgetaucht sei und sich erneut über den Kadaver hergemacht habe.

Soweit der 20. Juni. Doch am folgenden Tag fuhr Herr Junck erneut ans Bürgle, um nach seinen dort weidenden Rindern zu sehen. Und wer war da? Der Geier am toten Fuchs. Diesmal wollte sich Herr Junck das Ganze ansehen und er ging auf den Geier zu. Als er sich auf etwa 20m genähert hatte, hüpfte der Geier mit ziemlich unbeholfen wirkenden Kurzsprüngen den Berg hinauf, drehte sich plötzlich um und flog schwerfällig Anlauf nehmend ins Tal. Kurze Zeit später war er dann in Richtung Hechingen verschwunden. Und der Fuchs? Außer Fellstücken und etlichen Knochen war nichts mehr übrig!

 

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