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Geier-Einflug in Lothringen Ende Juni 2011
Am 21.06. beobachtet Vincent Perrin gegen 18 Uhr eine Gruppe von etwa 40 Gänsegeiern, die aus Nord-Ost kommend direkt hinter seinem Standort über dem Wald zu kreisen beginnen. Kurze Zeit später stellt er fest, dass sie sich zu Übernachtung im Gebiet des sogenannten "Bois de la rôle" zwischen Saulxures-lès-vannes und Mont l'étroit niedergelassen haben. Am folgenden Morgen stellen er und Guillaume Leblanc (Vorsitzender des Vereins) fest, dass 17 Geier (vermutlich infolge des trüben Wetters) noch da sind. Weil sie über große Erfahrung mit der Fütterung von Rotmilanen verfügen, beschließen sie sofort, ebenfalls eine Fütterungsstelle einzurichten. Und weil ein Kadaver schnell beschafft und die Gelegenheit günstig erscheint, wird auch gleich noch in unmittelbarer Umgebung ein Beobachtungszelt errichtet. Gegen 16:30 Uhr landet dann tatsächlich ein Gänsegeier, gefolgt von mindestens weiteren 40 innerhalb vonn nur 5 Minuten - ein grandioser Anblick! Vincent Perrin, dem (weil er die Tiere zuerst entdeckt hat) die Aufgabe des Fotografierens und Protokollierens zugefallen ist, versucht die Tiere zu zählen, was bei diesem "Gewusel" kein leichtes Unterfangen ist, und kommt auf eine Höchstzahl von 57 Gänsegeiern, darunter nur wenige Erwachsene. Innerhalb von weniger als 2 Stunden ist der Kadaver verspeist. Sehr zu seiner Überraschung fällt ihm dann ein wesentlich dunklerer Geier auf, der sich immer wieder Respekt bei den anderen Geiern verschafft. Erst später bei der Bildauswertung stellt sich dann heraus, dass es ein Mönchsgeier im 5. Jahr ist. Im Übrigen herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Gegen 19 Uhr werden die letzten 6 verbliebenen Geier durch ein Geräusch von der Futterstelle vertrieben und verschwinden in den Bäumen. Am folgenden Morgen gegen 9 Uhr können gerade noch etwa 10 Gänsegeier entdeckt werden, wie sie hoch am Himmel ihre Kreise ziehen, dann sind auch diese verschwunden. Bei Vincent Perrin bildet sich ein Kloß im Hals, jedoch behält er einen Eindruck, der sich für immer in seinem Gedächtnis eingebrannt hat. Er schreibt: "Als gute fetischistische Sammler, die wir Naturliebhaber ja sind, sammeln wir die Federn ein, die im Kampf zurückgelassen wurden. Ich schenke die schönste unter ihnen Guillaume - er hat sie eindeutig verdient …" Nachdem auf kurze Distanz auch ein paar beringte Geier fotografiert werden konnten, ist zwischenzeitlich auch mehr über die Herkunft wenigstens eines Teil der Tiere bekannt: Der Mönchsgeier (ein Weibchen) wurde im Rahmen eines Schutzprogramms am 02. Juli 2009 bei Madrid beringt, einer der beiden Gänsegeier stammt ebenfalls aus Spanien - vielleicht aus der Nähe von Lerida (der erste Buchstabe am Ring ist nicht sichtbar). Der zweite Gänsegeier wurde als Nestling am 22. Mai 2010 in der Jonte-Schlucht (Causses) beringt. Solche Nachweise sind für die Träger der Geier-Schutzprogramme enorm wichtig und hilft bei der Verbesserung der Schutzbemühungen. Fotos: Vincent Perrin, LOANA
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