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Markierter Gänsegeier auf der Deponie Bechlingen bei Wetzlar (Hessen)



Foto: Stefan Wagner


Wie der "Kollege" von der Mülldeponie "Tonnenmoor" bei Vechta taucht ein Gänsegeier erstmals am 23. Juni 2013 in der Deponie des Lahn-Dill-Kreises bei Aßlar-Bechlingen auf.

Am 24. Juni 2013 meldet Maik Sommerhage die Beobachtung im naturgucker.de, zunächst nur mit der Bemerkung "kreist".

Am 27. Juni 2013 meldet Stefan Wagner in ornitho.de einen farbmarkierten Gänsegeier.
Quelle: ornitho.de

Auf Nachfrage schreibt er: "Der Gänsegeier ist wohl bereits seit Sonntag in der Deponie. Der Vogel wurde gestern Abend über den Club300 gemeldet und konnte heute von mehreren Beobachtern in und über der Deponie beobachtet werden. Der Vogel trägt am rechten Bein einen gelben Ring mit der Nr. M78 und links einen unleserlichen Metallring. Der Vogel machte heute im Flug einen recht fitten Eindruck."

Ebenfalls am 27. Juni sowie am 28. Juni 2013 melden mehrere Beobachter den Vogel in ornitho.de und im naturgucker.de. Alexander Neu schreibt in ornitho.de: "Vermutlich eher 3. KJ. Er saß in einem Baum umgeben von Rabenkrähen, Dohlen und Kolkraben, die von Zeit zu Zeit auf seinen Kopf oder Rücken sprangen. Gelber Ring mit M78. Der Vogel wurde laut Christopher König am 10.06.2012 in Orís, nördlich von Barcelona, auf einer Müllkippe beringt."
Quelle: ornitho.de

Unabhängig davon hatten wir dieselbe Information von Daniel Kratzer erhalten. Bemerkenswert daran ist, dass der Geier M78 an demselben Tag und demselben Ort markiert wurde wie der am Flügel markierte Gänsegeier LN2 von Vechta. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Geier den "Ausflug" nach Deutschland gemeinsam unternommen haben, aus irgendwelchen Gründen aber ist der eine rund 250km weiter geflogen. Wir sind gespannt, wie diese Geschichte weiter geht.

Zum Gänsegeier LN2 von Vechta

Elias Barnickel schreibt in ornitho.de: "Vogel saß bis ca. 11:15 an seinem vermutlichen Schlafplatz am Südrand des Nordbereichs der Deponie. Die anwesenden Krähen- und Rabenvögel (siehe Bemerkungen A. Neu) waren vermutlich der Grund, einen etwas ruhigeren Ruheplatz im Wald ca. 200-300m südöstlich seines Schlafplatzes aufzusuchen, an dem er bis mindestens 16 Uhr (meinem Verlassen des Gebiets) blieb. Ruheplatz ist am besten vom Gegenhang südlich Bechlingen einzusehen, allerdings mit entsprechender Distanz zum Vogel. Vogel wirkt tw. etwas matt, möglicherweise Schwächung durch Nahrungsmangel?"
Quelle: ornitho.de bzw. hier.

Es wäre also vermutlich sinnvoll, dem Vogel wie in Vechta Nahrung zu beschaffen.

Am 29. Juni 2013 veröffentlicht Thorsten Seibel ein Foto in ornitho.de, das ca. 1 km außerhalb der Mülldeponie aufgenommen wurde
(Quelle: ornitho.de). Im naturgucker.de (Recherche über "Gänsegeier") finden sich mehrere Beobachtungen. Tim Mattern und Lena Daum können ihn ca. 90 Minuten lang beobachten, wie er in einem Baum ruht und ab und zu von Kolkraben an den Federn "gezupft" wird.

Am 30. Juni 2013 werden wieder mehrere Beobachtungen in ornitho.de gemeldet. U.a. schreibt Christoph Kaula: "Gegen 9:00 Uhr setzt sich der Geier in eine Buche und sonnt sich." Ab mittags wird der Geier dann nicht mehr gesehen, so dass er weiter gezogen scheint.

Doch am 01. Juli 2013 gegen 11:15 Uhr wird er von Ernst-Ludwig Heidecker wieder über der Deponie kreisen gesehen (Meldung von Thorsten Seibel in ornitho.de). Am Abend ist die Meldung allerdings wieder verschwunden und Thorsten Seibel meint in einem Telefonat. der Beobachter habe sich vermutlich geirrt.

Jens Halbauer teilt später telefonisch mit, der Geier habe sich am 30.06. nach ein paar Hin- und Her-Flügen innerhalb der Deponie in der Thermik nach oben geschraubt und sei dann gegen 10 Uhr aus dem Blickfeld verschwunden. Er habe auf ihn einen recht fitten Eindruck gemacht.

Update vom 11. Juli 2013:
Wie wir jetzt erfahren, ist der am 21.06.2013 bei Bad Wildungen (KB, Hessen) beobachtete markierte Geier genau dieser M78. Mehr Infos gibt's hier.


Foto: Manfred Schleuning, 29.06.2013


Foto: Christoph Kaula, 30.06.2013


Foto: Jens Halbauer, 30.06.2013

 

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