Schriftzug
Themen Flohmarkt              
wer wir sind unsere Natur              

 

 

 

Tagfalter im Zollernalbkreis: Ritterfalter (Papilionidae)

Zu den Ritterfaltern gehören die farbenprächtigsten Arten der Welt, darunter viele große Schmetterlinge. Von den weltweit 551 Arten kommen in Baden-Württemberg aber nur 4 Arten in 2 Unterfamilien vor: Die Parnassiinae mit den Apollofaltern und die Papilioninae mit Segelfalter und Schwalbenschwanz. Alle einheimischen Ritterfalter stehen auf der "Roten Liste" der gefährdeten Arten. Im Unterschied zu den anderen Falterarten besitzen die Raupen der Rittelfalter zwischen dem Kopf und dem ersten Hinterleibsabschnitt eine grell gefärbte Nackengabel, die bei Gefahr ausgestülpt werden kann und einen unangenehmen Geruch verströmt.

Anmerkung: Wenn in der Auflistung eine Art fehlt, heißt das nicht, dass sie hier nicht vorkommt. Vielleicht haben wir nur noch keine Fotos aus dem Zollernalbkreis. Wenn Sie welche haben, wären wir dankbar, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen würden.

Parnassiinae

Papilioninae



Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne) - RL 1



Hechingen-Schlatt, 22.06.1968 (Foto: H. Heidemann)



Hechingen-Schlatt, 22.06.1968 (Foto: H. Heidemann)



Hechingen-Schlatt, 08.06.1975 (Foto: H. Heidemann)


Aufgrund seiner hohen Ansprüche an seine Lebensräume ist der Schwarze Apollo in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht und aus dem Zollernabkreis längst verschwunden. Für sein Überleben sind lichte Kleebwälder mit reichhaltigen Vorkommen des Hohlen Lerchensporns (Corydalis cava) am Rand von weiten, blumenreichen Wiesentälern mit Hochstaudenfluren unerlässlich. Solche Standorte wurden noch bis in die 70er Jahre aufgeforstet und gingen auf diese Weise fast gänzlich verloren.

Parnassius mnemosyne fliegt in nur einer Generation ab Mitte Mai bis Ende Juni, wobei die Falter nur 2 bis 3 Wochen alt werden. Sie saugen an blauvioletten Blüten, z.B. an Sumpfkratzdistel, Witwenblume, Wald-Storchschnabel und Roter Lichtnelke.

Während der über Stunden andauernden Begattung sondert das Männchen ein Sekret ab, das danach als harte "Begattungstasche" (Sphragis) am Hinterleib des Weibchens verbleibt. Dieses legt anschließend die Eier in der Umgebung der Raupen-Nahrungspflanzen ab, wobei das Problem besteht, dass der Lerchensporn Ende Juni längst verblüht ist. Die Räupchen überwintern fertig entwickelt im Ei und müssen nach dem Schlupf im Februar/ März schnell eine Nahrungsquelle finden.



Schwalbenschwanz (Papilio machaon) - RL V



Haigerloch-Stetten, 16.07.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 29.04.2008 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 19.05.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 09.08.2008 (Foto: H. Fuchs)


Der Schwalbenschwanz ist unser größter Tagfalter. Im Zollernalbkreis tritt er in zwei Generationen auf, die Falter der zweiten Generation zeichnen sich dabei durch kräftigere Farben aus. Damit sich die verstreut lebenden Partner zur Paarung finden, versammeln sich beide Geschlechter zum Balzflug um Geländeerhebungen, wie Bergkuppen oder Türme. Man nennt diesen Heiratsmarkt "Hilltopping".

Die Weibchen legen ihre ca. 150 Eier an aromatisch riechende Doldenblütler, wie die Wilde Möhre ab. Dabei werden sie so verteilt, dass die Wirtspflanze jeweils nur wenige Raupen zu versorgen hat. Aber auch die Gartenmöhre wird gerne als Ablagepflanze gewählt, was in der Erntezeit zu großen Ausfällen führen kann. Deshalb sammelt zum Beispiel der NABU Haigerloch gefährdete Raupen ab (siehe hierzu einen Bericht in deren Rundbrief 2009).

 

Eine sehr bemerkenswerte Beobachtung vom Juli 2009 bei Owingen finden Sie hier.


zur Tagfalter-Grundseite


zu den Weißlingen