Der deutsche Name "Weißlinge" stammt von der Grundfärbung eines der bekanntesten Vertreters, dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae). Zu dieser Familie gehören aber auch viele Arten mit gelber Grundfarbe, wie der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni).
Von den weltweit etwa 1000 Arten sind in Baden-Württemberg aktuell 14 Arten in 3 Unterfamilien nachgewiesen worden: Die Dismorphiinae mit 2 Arten, die Pierini mit 7 Arten in zwei Stämmen und die Coliadinae mit 5 Arten.
Die Raupen verpuppen sich als Gürtelpuppen, die ohne Gespinst an einem Gürtelfaden oder als Sturzpuppen am Hinterende befestigt sind.
Anmerkung: Wenn in der Auflistung eine Art fehlt, heißt das nicht, dass sie hier nicht vorkommt. Vielleicht haben wir nur noch keine Fotos aus dem Zollernalbkreis. Wenn Sie welche haben, wären wir dankbar, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen würden.
Artkomplex Tintenfleck-Weißlinge (Leptidea sinapis/reali/juvernica)
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Balingen-Ostdorf, 16.05.2009 (Foto: H. Fuchs)
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Haigerloch-Owingen, 19.07.2009 (Foto: H. Fuchs)
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Die drei Arten des Artkomplexes können anhand von äußeren Merkmalen nicht unterschieden werden, im Zollernalbkreis kommt aber vermutlich nur L.sinapis vor. Der Tintenfleck-Weißling ist kleiner als die Kohlweißlinge und fällt sofort durch seinen ungelenken, flattrigen Flug auf.
Der Falter bildet bei uns zwei Generationen aus, wobei die Tiere der 2. Generation (etwa ab Mitte Juli) etwas kleiner sind.
Vor der Eiablage werden die Pflanzen genau
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inspiziert, so dass nur an Schmetterlingsblütlern wie z.B. Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis) oder Hornklee (Lotus corniculatus) abgelegt wird.
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Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
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Balingen-Ostdorf, 18.05.2009 (Foto: H. Fuchs)
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Balingen-Ostdorf, 18.05.2009 (Foto: H. Fuchs)
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Balingen-Ostdorf, 11.05.2009 (Foto: H. Fuchs)
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Grosselfingen, 24.04.2010 (Foto: R. Zwiener)
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Die Flügel des Aurorafalters sind weiß, die Spitzen der Vorderflügel dunkelgrau, in der Mitte mit einem schwarzen Punkt. Die Unterseite der Hinterflügelzeigt eine gelb-graue Fleckenzeichnung. Männchen fallen durch ihre leuchtende Orangefärbung am Vorderflügel auf, die den Weibchen fehlt.
Das Weibchen heftet ein Ei an den Blütenstiel der Nahrungspflanzen ab, die Raupen fressen meist an den Blüten und Fruchtständen. Bevorzugte Nahrungspflanzen sind das Wiesen-Schaumkraut Cardamine pratensis) und die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata).
Der Aurorafalter bildet nur eine Generation aus. Nach einer zehnmonatigen Puppenruhe schlüpfen die Falter meist im April. Mitunter bis in den Juni hinein sind sie dann in vielen verschiedenen Wiesenbiotopen und in lichten Wäldern anzutreffen - dabei sind sie fast immer in Bewegung.
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Baumweißling (Aporia crataegi) - RL V
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Balingen-Weilstetten, 28.05.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Balingen-Weilstetten, 28.05.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Baumweißlinge sind an ihren weißen Flügeln zu erkennen, die von dunklen Adern durchzogen sind. Bei den ♂ ♂ sind diese Adern schwarz, bei den ♀ ♀ eher bräunlich. Sind die Flügelschuppen abgenutzt, erscheinen die Falter fast durchsichtig.
Die Falter bilden eine Generation aus. Die Raupen sind ab August an Weißdorn (Crataegus sepc.) und verschiedenen Obstbaumarten zu finden. Erst nach der Überwinterung entwickeln sich die Raupen weiter und verpuppen sich, bevor die Falter dann ab Ende Mai schlüpfen.
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Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)
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Haigerloch-Stetten, 17.07.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Haigerloch-Stetten, 04.08.2006 (Foto: H. Fuchs)
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Mit seinen bis zu 60 mm Spannweite ist der Große Kohlweißling der größte Weißling. Die Falter fliegen in bis zu drei Generationen von März bis Ende Oktober. Von seinen kleineren Verwandten ist er leicht an der ausgedehnten Schwarzfärbung der Vorderflügel-Spitze zu unterscheiden, die bis zur Mitte des Flecks in der Mitte des Vorderflügels herab reicht.
Die Eier werden in 100er-Paketen an der Blatt-Unterseite verschiedener Kreuzblütler oder auch der Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) abgelegt.
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Karstweißling (Pieris mannii)
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Hechingen, 10.07.2011 (Foto: B. Köstlin)
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Haigerloch-Stetten, 16.07.2011 (Foto: H. Fuchs)
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Grosselfingen, 09.07.2011 (Foto: A. Braun)
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Grosselfingen, 09.07.2011 (Foto: A. Braun)
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Der Karstweißling war bis 2008 nur in Südeuropa und im Süden der Schweiz verbreitet. In den Jahren 2008 und 2009 hat er sich über die gesamte Schweiz und nach Südwest- deutschland ausgebreitet und die Ausbreitung hat sich jetzt quer über den Schwarzwald bis in unseren Raum fortgesetzt.
Die Unterscheidung der Falter ist nicht einfach - besonders die Ähnlichkeit mit unserem noch recht häufigen Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) ist groß. Einen ersten Anhalts- punkt erhält man, wenn man die Form und Lage des großen schwarzen Diskalflecks im Verhältnis zum schwarzen Apikalfleck an der Spitze des Vorderflügels anschaut. Die Tiere der Sommergeneration zeigen auch eine etwas andere Hinterflügel-Unterseite. Am einfachsten sind jedoch die Jungraupen an ihrem schwarzen Kopf zu erkennen.
Pieris mannii fliegt in bis zu 5 Generationen von Mai bis September. Die Raupen ernähren sich vorwiegend von Schleifenblumen (Iberis spec., meist Iberis sempervirens).
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Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
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Haigerloch-Stetten, 09.08.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Haigerloch-Stetten, 04.10.2007 (Foto: H. Fuchs)
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Haigerloch-Stetten, 17.08.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Der Kleine Kohlweißling gehört zu den am weitesten verbreiteten Tagfalter. Vom Großen Kohlweißling unterscheidet er sich in der Ausprägung der Schwarzfärbung an den Vorderflügel-Spitzen, die deutlich oberhalb des schwarzen Flecks in der Flügelmitte endet.
Der Falter fliegt bei uns in bis zu 4 Generationen von März bis November. Die Eier werden vorwiegend an Kreuzblütlern abgelegt. Besonders ab Juni können im Gemüseanbau Schäden entstehen, weil sich die Larven auch in die Köpfe der Kohlpflanzen einfressen.
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Grünaderweißling (Pieris napi)
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Haigerloch-Owingen, 18.05.2011 (Foto: H. Fuchs)
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Albstadt-Laufen, 19.07.2011 (Foto: H. Fuchs)
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Der Grünader-Weißling ist ein häufiger Vertreter dieser Familie. Die Adern der Hinterflügel-Unterseite sind bei beiden Geschlechtern graugrün bestäubt. Die Flecken in der Mitte der Vorderflügel-Oberseite setzen sich oft zum Rand hin fort, so dass dort kleine schwarze Dreiecke zu erkennen sind.
Die Falter fliegen in drei Generationen auf vielerlei Grasland. Die Raupen fressen an Kreuzblütlern wie den Schaumkräutern (Cardamine spec.).
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Postillon/ Wander-Gelbling (Colias croceus) - RL V
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Balingen, 28.09.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Geislingen, 24.09.2009 (Foto: B. Schlude)
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Obwohl der Postillon mittlerweile auch in Bade-Württemberg überwintert, wandert er regelmäßig aus dem Süden ein. Die ersten Falter sind hier meist im Mai zu sehen. Von den zwei bis drei Genrationen sind oft noch bis in den Oktober hinein noch frische Tiere zu sehen. Durch ihre orangegelbe Farbe sind sie meist leicht von ähnlichen Arten zu unterscheiden.
Die Raupen leben vorwiegend an Hornklee (Lotus corniculatus), Luzerne (Medicago sativa) und Kronwicke (Coronilla varia).
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Artkomplex Goldene Acht/ Hufeisenklee-Gelbling (Colias hyale/ alfacariensis) - RL V
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Haigerloch-Stetten, 18.09.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Burladingen, 08.07.2010 (Foto: H. Fuchs)
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Die ♀ ♀ des Artkomplexes sind äußerlich nicht zu unterscheiden, die ♂ ♂ nur schwer. Am besten beobachtet man die Tiere bei der Eiablage: Colias alfacariensis legt seine Eier nur am Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) oder an Kronwicken (Coronilla spec.) ab. Colias hyale ist nicht so spezialisiert.
Findet man Colias-Raupen an den vorgenannten Pflanzen, können sie also von beiden Arten stammen. Allerdings kann man deren Raupen nach der zweiten Häutung voneinander unterscheiden.
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Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)
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Haigerloch-Stetten, 30.04.2007 (Foto: H. Fuchs)
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Geislingen, 21.04.2009 (Foto: H. Fuchs)
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Haigerloch-Stetten, 03.08.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Haigerloch-Stetten, 02.08.2008 (Foto: H. Fuchs)
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Die Männchen des Zitronenfalters sind leuchtend zitronengelb, die Weibchen eher blassgelb. Wegen der zugespitzten Vorderflügelenden ist eine Verwechslung mit Kohlweißlingen nicht zu befürchten. Der Zitronenfalter lebt im Wald oder in gebüschreichen Gegenden.
Die Falter können bis zu 12 Monate alt werden haben somit die höchste Lebens- erwartung aller mitteleuropäischen Arten. Sie überwintern ohne Schutz, frei in der Vegetation. Mit der Hilfe von selbst produzierten "Frostschutzmitteln" überstehen sie auch kurzzeitige Temperaturen von deutlich unter minus 20°C schadlos.
Die Raupen leben im Mai/Juni bei uns vorwiegend an Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), die frischen Falter schlüpfen im Juni oder Juli. Weil die Falter sich früh zurück ziehen und ihr Versteck im Herbst mitunter nochmals verlassen, entsteht der Eindruck einer zweiten Generation. Diese wurde seither aber nur selten als "echt" bestätigt.
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