Arbeitsgemeinschaft Schmetterlinge Zollernalb

 

 

 

Zuchtbericht: Cerura vinula, der Große Gabelschwanz

Ein ausnehmend schöner Falter und recht bizarre Raupen sollten Grund genug sein, auch vom Großen Gabelschwanz einen Zuchtbericht online zu stellen. Doch weil die Tiere nicht immer das tun, was man gerade will und mitunter auch der Fotoapparat "spinnt", ist es Friedemann Treuz bisher noch nicht gelungen, eine vollständige Zuchtserie mit Raupen sämtlicher Entwicklungs­stadien und allen Metamorphosen fotografisch zu dokumentieren. Dabei gibt's wirklich viele tolle Fotos. Was bleibt also übrig? Es wird gemischt ...

In beiden Fällen sind befruchtete Weibchen in Bitz ans Licht gekommen und haben dann Eier abgelegt: Das erste Weibchen am 27.04.2015, das zweite am 26.05.2017. Die folgenden Fotos zeigen Eier, Raupen, Puppen und Falter - eben aus zwei verschiedenen Zuchtserien. Immerhin können anhand des Datums eindeutig zugeordnet werden.



♀ Lichtanflug - 27.04.2015



abgelegt - 28.04.2015



abgelegt - 28.04.2015



frisch geschlüpfte Eiraupe - 31.05.2015



♀ Lichtanflug - 26.05.2017



abgelegt - 26.05.2017



L1-Raupe - 07.06.2017



L1-Raupe - 20.06.2017



L1-Raupe - 20.06.2017

Auf den nächsten Fotos sind Raupen in unterschiedlichen Stadien zu sehen. Weil die Raupen nicht einzeln gehalten werden und sich nicht alle gleichzeitig häuten, sind die einzelnen Entwicklungsstadien in manchen Fällen nicht eindeutig zu benennen.



Raupe, Stadium unklar - 28.06.2017



Raupe, Stadium unklar - 28.06.2017



Raupe, Stadium unklar - 28.06.2017



L4-Raupe - 14.07.2017



Kopf-Detail L4-Raupe - 14.07.2017



L4-Raupe - 16.07.2017



L4-Raupe - 06.07.2015



Kopf-Detail L4-Raupe - 06.07.2015



L4-Raupe - 06.07.2015

Offenbar machen die Gabelschwanz-Raupen nur vier Raupenstadien durch. Die verpuppungsreife Raupe verfärbt sich und spinnt sich dann einen Verpuppungskokon zusammen, bevor sie im Inneren ihre vorletzte Verwandlung beginnt.
Um die Puppenruhe keinesfalls zu stören, werden die nächsten Fotos dann erst jeweils im folgenden Frühjahr angefertigt, wo die Kokons auch gefahrlos geöffnet werden können, um auch die Puppen zeigen zu können.



Raupe, zur Verpuppung bereit - 15.07.2015



fertiger Kokon - 03.03.2016



Puppe - 03.03.2016



Puppe, Nahaufnahme - 03.03.2016



fertiger Kokon - 31.03.2018



Puppe im geöffneten Kokon - 31.03.2018



der erste Falter, frisch geschlüpft - 03.06.2016



♀ frisch geschlüpft - 01.07.2016



♂ Anflug ans lockende ♀ - 02.07.2016

Friedemann setzt das frisch geschlüpfte ♀ am Abend ins Freie - und schon kommt ein Freier angeflogen. Der Start einer neuen Zuchtserie?

Alle Fotos: Friedemann Treuz, Bitz
 

Mehr zu den Zahnspinnern im Zollernalbkreis → hier
 

Kurzinfo (Quelle: Wikipedia)

Lebensweise
Die Raupen haben ein bemerkenswertes Abwehrverhalten. Sie ziehen den Kopf in das erste Brustsegment ein und strecken dem Feind den roten Bereich darum herum und die Scheinaugen entgegen. Durch das Einziehen wird die Raupe auch wesentlich dicker. Zusätzlich können sie aus dem Doppelschwanz am Hinterleibsende je einen langen, roten Schlauch ausstülpen, die zitternde Bewegungen vollführen können. Wenn die Raupe weiter gereizt wird, kann sie aus einem Spalt an der Unterseite des Kopfes Ameisensäure, die in einer Drüse produziert wird, ca. 30 Zentimeter weit spritzen.

Flug- und Raupenzeiten
Die nachtaktiven Falter fliegen jährlich in einer Generation von Ende April bis Anfang Juli. Die Raupen findet man von Juni bis September.

Nahrung der Raupen
Die Raupen ernähren sich von den Blättern von jungen und damit nicht allzu hohen Zitterpappeln (Populus tremula) und anderen Pappelarten sowie von Sal-Weiden (Salix caprea) und anderen Weidenarten.

 

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