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Winter-Wanderweg in Burgfelden

Diese Schlagzeile veröffentlichte der Schwarzwälder Bote Albstadt am 21.12.2012. Darunter stand ein ausführlicher Artikel über eine Veranstaltung in Burgfelden. Anlass dafür war der "Masterplan Tourismus" mit der Trassenführung von Mountainbike-Strecken bzw. die geplante Eröffnung des Winterpremiumwanderwegs am 9. Januar. Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet ihn hier.

Weil die Naturschutzverbände des Zollernalbkreises bereits eine ablehnende Stellungnahme zum Wanderweg abgegeben haben, wollen wir diese Stellungnahmen hier nun wenigstens ausschnittweise und gewissermaßen als "Kommentar" veröffentlichen.

(...)
Wir geben folgende Gesichtspunkte zu bedenken:

1. Der Heersberg liegt im Landschaftsschutzgebiet und ist Teil der dortigen FFH-Gebietskulisse.

2. Die dortige Landschaft ist besonders reizvoll, vielfältig und mit zahlreichen Besonderheiten wie Aussichtspunkten, Wacholderheiden, Zeugen früherer Bewirtschaftung und vor allem sehr umfangreichen Traufsituationen ausgestattet.

3. Als Folge davon wird der Heersberg von sehr vielen Besuchern - Wanderern, Spaziergängern, Radfahrern, Ski­langläufern usw. - aufgesucht. Um für diesen Personenkreis attraktiv zu bleiben, wurden zahlreiche Erholungs­einrichtungen wie Wanderparkplätze, Wanderwege, Loipen usw. geschaffen bzw. angelegt.

4. Die Natur hat ein Recht auf Ruhe. Der Schutz der heimischen Tierwelt gerade in Notzeiten ist ein Gebot seit unvordenklicher Zeit. Aufgabe einer Besucherlenkung muss es deshalb auch sein, Winterwanderwege dort anzubieten, wo dies unschädlich für die Natur möglich ist.

Die starke Frequentierung und Inanspruchnahme auch der Ruhezonen durch Wege und Loipen tragen die Beunruhigungen und Beeinträchtigungen bis in die letzten Winkel, so dass die heimische Flora und Fauna keine Rückzugsbereiche mehr haben. Dadurch wird auch die Jagdausübung erschwert, was Wild- und Verbissschäden im Offenland durch Schwarzwild und im Wald durch Rehwild zur Folge hat.

Im Sommer kann der Traufgang und der vorhandene feste Weg die Besucherströme aufnehmen. Auch ohne Winter­wanderweg ziehen bereits der vorhandene Fahrweg und zwei Langlaufloipen ihre Trassen über den Heersberg. Die Loipen dürfen zwar offiziell erst bei einer Mindestschneemenge von ca. 40 cm gespurt werden, tatsächlich findet man aber in jedem Winter Bereiche, wo der blanke Boden "freigespurt" ist. Hinzu kommt, dass der Betreuer der Loipen sich offenbar nicht an die vereinbarten Strecken hält und in vielen Bereichen bis nahe an den Trauf gespurt wird. Darüber hinaus ist noch vorgesehen, dass eine Mountainbike- Strecke den Heersberg quert.

Das heißt, dass die bisherigen Weg- und Loipenangebote bereits zu einer starken Beunruhigung der Landschaft führen. Der geplante Winterwanderweg soll nun die noch spärlich vorhandenen Refugien im "Innenbereich" der Hochebene durchqueren. Das widerspricht unseres Erachten in eindeutiger Weise dem Schutzzweck.

Das Naturschutzbüro lehnt deshalb die Einrichtung eines Winterwanderweges auf dem Heersberg grundsätzlich ab und hält die bereits vorhandene Ausstattung für ausreichend, zumal der Erschließungsweg im Winter ohnehin als Winterwanderweg genutzt werden kann.
(...)


weitere Meinungsäußerungen


zur Stellungnahme vom 28.11.2012 (PDF-Format)